Die Verbindungen zwischen KI und Softwareentwicklung
GitHub-CEO Thomas Dohmke ist der Ansicht, dass KI und Softwareentwicklung nun untrennbar miteinander verbunden sind, angetrieben von Hilfsmitteln wie Copilot und seinem zugehörigen Chat, den das Microsoft-eigene Unternehmen heute auf einzelne GitHub-Abonnenten ausgeweitet hat.
KI wird die Softwareentwicklungsindustrie nicht beenden
In seiner heutigen Rede auf der TC Disrupt blieb Dohmke jedoch dabei, dass die zunehmende KI-Revolution nicht das Ende der Softwareentwicklungsindustrie einläuten wird.
"Die Nachfrage nach Softwareentwicklern wird weiterhin das Angebot übersteigen", sagte Dohmke in einem Gespräch mit Frederic Lardinois von uns.
Dohmke hat, wie viele andere Technologiemanager, schon lange argumentiert, dass KI-Tools wie Copilot die Produktivität von Entwicklern nur steigern, nicht aber ersetzen werden. Aber wie sieht es mit der Zukunft, sagen wir in zehn Jahren, aus?
"Die Menge an Software in zehn Jahren wird nur exponentiell ansteigen", sagte Dohmke. "Wir haben eine wachsende Zahl von Codezeilen zu verwalten, eine wachsende Zahl von Ideen und, ehrlich gesagt, jedes Unternehmen ist heute ein Softwareunternehmen."
Die Nachfrage nach Softwareentwicklern hält an
Obwohl die KI unbestreitbar da sein wird, um zu bleiben, stellte Dohmke fest, dass sich die Softwareentwicklung zwar weiterentwickeln kann, es aber mehrere Gründe gibt, warum Entwickler in absehbarer Zukunft immer noch sehr gefragt sein werden. Einer davon ist die enorme Menge an Legacy-Code, der noch in seiner ursprünglichen Form existiert.
"Wenn Sie zu Banken und Finanzinstituten gehen und mit dem CTO sprechen, wird er Ihnen sagen, dass sie immer noch COBOL-Code aus den 60er Jahren verwenden und dass diese Entwickler aus den 60er Jahren jetzt alle in Rente gegangen sind", sagte Dohmke. "Und dieser Code wurde nicht mit Unit-Tests und mit CI/CD geschrieben, also muss ihn jemand pflegen und hoffentlich diesen COBOL-Code in Java oder Python umwandeln. Und wir reden noch nicht einmal über den Code aus den siebziger, achtziger oder neunziger Jahren".
Natürlich wird es vielleicht nicht immer notwendig sein, Legacy-Code zu pflegen, wenn sich die Unternehmen weiterentwickeln. Aber die generative KI selbst wird dazu beitragen, dass mehr Bedarf an technischen Talenten entsteht, so Dohmke.
"Wir haben einen Mangel an Informatikstudenten, sicherlich in der westlichen Welt, von Berlin über Sydney bis San Francisco", sagte er. "Die generative KI hat einfach eine weitere Nachfragewelle ausgelöst, bei der immer mehr Unternehmen mit kühnen Ideen, kleine und große, nun darüber nachdenken, wie sie innovative KI in ihr Geschäftsmodell übernehmen können, und nach Entwicklern suchen, die wissen, wie man die API nutzt oder ein KI-Modell trainiert."